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 IN Bearbeitung
 
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Die Futhark - Runen

Futhark nennt man eine vollständige Runenreihe. Der Name "Futhark" setzt sich aus den Anfangsbustaben der ersten 6 Runen zusammen.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich in ganz Europa verschiedene Runenalphabete mit unterschiedlichen Zeichen. Das folgende "Ältere Futhark" besteht aus 24 Runen.
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Die Runen - Älteres Futhark - 01. Fehu
Runenstellung Fehu
Sprachliche Varianten:
Urgermanisch: FEHU
Altnordisch: FE
Altenglisch: FEOH
Gotisch: FAIHU

Laut: F

Ursprüngliche Bedeutung: Vieh

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Feoh byþ frofur fira gehwylcum;
sceal eah manna gehwylc miclun hyt dælan
gif he wile for drihtne domes hleotan.

Besitz/Wohlstand/Reichtum ist Trost für alle Menschen;
jedoch muß man ihn freigiebig verschenken,
wenn er Ehre erlangen will im Angesicht des Herrn.

Isländisches Runengedicht:

er frænda róg
ok flæ ar viti
ok grafsei s gata.
aurum fylkir

Vieh/Besitz/Wohlstand/Reichtum
ist die Quelle der Feindschaft zwischen Verwandten
und das Feuer des Meeres,
und der Pfad der Schlange.

Norwegisches Runengedicht

vældr frænda róge;
f esk ulfr í skóge.

Vieh/Besitz/Wohlstand/Reichtum
ist die Quelle der Feindschaft zwischen Verwandten
der Wolf lebt im Wald. 
Handstellung Fehu 1
Handstellung Fehu2
Handstellung Fehu3
Interpretation

Das Vieh war Grundlage des bäuerlichen Lebens - Nahrung (Fleisch, Milch), Kleidung (Leder, Wolle, Fell), Arbeitstier,Tauschmittel.
Vieh steht somit für den beweglichen Besitz, Wohlstand, Wachstum und Fruchtbarkeit (im Gegensatz zum festen Besitz für den Othala steht)
Auf die heutige Zeit übertragen entspricht dies dem Geld, als Grundlage des modernen Lebens, aber vielleicht auch dem innerem Reichtum.
Desweiteren sind die eigenen Fähigkeiten (erlernt oder angeboren), das eigene Potential und unsere eigenen Ideen, die Grundlage, auf der wir unseren (inneren und äußeren) Reichtum aufbauen können.

Für mich steht diese Rune somit für die allem zugrundeliegende, schöpferische Energie oder für die Lebensenergie (Chi) schlechthin, ohne die nichts entsteht. Und für den zündenden Funken der am Anfang steht.

Reichtum (egal ob innerer oder äußerer), welcher nicht geteilt und weitergegeben wird, erzeugt Neid und Missgunst und versiegt. Die Energie muß fließen, um sich zu mehren bzw. etwas zu erschaffen, fruchtbar zu sein.



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Die Runen - Älteres Futhark - 02. Uruz
Runenstellung Uruz
 Sprachliche Varianten:
Urgermanisch: URUZ
Altnordisch: UR
Altenglisch: UR
Gotisch: URUS

Laut: U

Ursprüngliche Bedeutung: Auerochse

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Ur byþ anmod ond oferhyrned,
felafrecne deor, feohteþ mid hornum
mære morstapa; þæt is modig wuht.

Der Auerochse ist stolz und hat große Hörner,
es ist ein sehr wildes Biest und kämpft mit seinen Hörnern
(als) ein großer Hüter der Heide (des Moors?)
ist es eine Kreatur mit Standfestigkeit.

Isländisches Runengedicht:

Úr er skýja grátr
ok skára þverrir
ok hir is hatr.
umbre (imbre?) vísi

Regenschauer ist die Wehklage der Wolken
und der Ruin der Heuernte
und das Gräuel des Hirten.
verwandeln (Asche?) eingefallen

Norwegisches Runengedicht

Úr er af illu jarne;
opt lypr ræinn á hjarne.

Schlacke kommt von schlechtem Eisen;
das Rentier rennt oft über den gefrorenen Schnee.
Handstellung Uruz 1
Handstellung Uruz2
Interpretation

Der Auerochse steht (für mich) vor allem für Kraft und Stärke, für gebündelte Energie, die wie ein Vulkan jederzeit zum Ausbruch kommen kann.
Er ist der "Herr auf der Heide", daß heißt er ist untrennbar in seiner Umgebung, seinem Land, in der Erde verwurzelt und lässt sich nicht kampflos davon verjagen.

Für mich steht diese Rune somit für die Verwurzelung in der Erde, der materiellen Welt und die Kraft, die man daraus schöpfen kann. Ist man verwurzelt und geerdet, kann einen nichts so leicht aus der Bahn werfen.

Die frei fließende Energie von Fehu ist in Uruz in eine Form gebracht, geerdet, in der materiellen Welt gebunden.
Dies kann aber auch dazu führen, daß ein zu viel an Energie einen Druck erzeugt, der zu einer Explosion führen kann.



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Die Runen - Älteres Futhark - 03. Thurisaz
weibliche Runenstellung Thurisaz
männliche Runenstellung Thurisaz
 Sprachliche Varianten:
Urgermanisch: THURISAZ
Altnordisch: THURIS; THURISAR; THURS
Altenglisch: THORN
Gotisch: THIUTH

Laut: Th

Ursprüngliche Bedeutung: Riese

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Ðorn byþ earle scearp; egna gehwylcum
anfeng ys yfyl, ungemetum reþe
manna gehwelcum, e him mid reste .

Der Dorn ist äußerst scharf;
eine üble Sache für jeden Ritter ihn zu berühren,
ungewöhnlich hart (schmerzhaft, grausam?) für jene die sich dazwischen befinden

Isländisches Runengedicht:

Þurs er kvenna kvöl
ok kletta búi
ok var rúnar verr.
Saturnus þengill

Der Riese ist die Qual für die Frau(en)
und Höhlenbewohner
und der Ehemann Vardrúnas.
Saturn Anführer

Norwegisches Runengedicht

Þurs vældr kvinna kvillu;
kátr vær r fár af illu.

Der Riese verursacht der Frauen Qual,
Unglück macht wenigen Menschen fröhlich.
Handstellung Thurisaz 1
Handstellung Thurisaz 1
 Interpretation

Die Kraft des Riesen ist gewaltig, explosiv, aggressiv und zerstörend, was aber nicht bedeutet, daß sie immer destruktiv ist. Denn dort wo etwas in Stocken gerät kann die Kraft des Chaos der Anfang für etwas neues sein.
Die Energie von Thurisaz kann einschüchternd und beängstigend sein, doch jenem, der seine Ängste besiegen kann, verleiht sie Stärke.
Die Rune bringt das Unterste nach oben oder kann Himmel und Erde zusammenbringen. Im übertragenen Sinne bedeutet dies, daß sie unsere unbewussten und verdrängten Seiten zu Tage fördert und wir uns diesen stellen müssen.


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Die Runen - Älteres Futhark - 04. Ansuz
Runenstellung Ansuz
 Sprachliche Varianten:
Urgermanisch: ANSUZ
Altnordisch: ASS
Altenglisch: OS
Gotisch: ANSUS

Laut: A

Ursprüngliche Bedeutung: Ase = Gottheit/Göttlichkeit

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Os byþ ordfruma ælere spræce,
wisdomes wraþu ond witena frofur
and eorla gehwam eadnys ond tohiht

Os ist die Quelle aller Sprache
Eine Stütze für Weisheit und ein Trost für weise Menschen,
ein Segen und eine Freude für jeden Ritter.

Isländisches Runengedicht:

Óss er algingautr
ok ásgar s jöfurr,
ok valhallar vísi.
Jupiter oddviti

Ase/Gott ist (der) alte Gautr (=Beiname des Odin)
und Prinz von Asgard,
und Herr von Walhalla.
Jupiter Speerträger

Norwegisches Runengedicht

Óss er flæstra fær a för;
en skalpr er svær a.

Die Flussmündung ist der Weg der meisten Reisen;
aber die Scheide ist dem Schwert.
Handstellung Ansuz1
Handstellung Ansuz 2
 Interpretation

Ansuz steht (für mich) für göttliche, schöpferische Energie.
Sie bringt Ordnung in das durch Thurisaz hervorgerufene Chaos und schenkt Ruhe und Entspannung, Geborgenheit und Segen.







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Die Runen - Älteres Futhark - 05. Raidho
Runenstellung Raidho
 Sprachliche Varianten:
Urgermanisch: RAIDO
Altnordisch: REID
Altenglisch: RÁD
Gotisch: RAIDA

Laut: R

Ursprüngliche Bedeutung: Reiten, Ritt

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Rad byþ on recyde rinca gehwylcum
sefte ond swiþhwæt, am e sitteþ on ufan
meare mægenheardum ofer milpaþas.

Reiten scheint jedem Krieger einfach, wenn er im Hause ist
und sehr wagemutig dem, der die Heerstraßen bestreitet
auf dem Rücken eines starken Pferdes.

Isländisches Runengedicht:

Rei er sitjandi sæla
ok snú ig fer
ok jórs erfi i.
iter ræsir

Reiten ist des Reiters Freude/des Sitzenden Glück
und schnelle Reise und die Mühe/Arbeit des Rosses. Weg/Reise. Häuptling/König.

Norwegisches Runengedicht

Ræi kve a rossom væsta;
Reginn sló svær et bæzta.

Reiten soll das schlimmste für Pferde sein;
Regin schmiedete das feinste Schwert.
Handposition Raidho
Interpretation

Raidho bedeutet Reiten oder Ritt und steht somit in enger Beziehung mit Rhythmus. Sind wir im Einklang mit unserem Reittier, das für unsere Verbindung zur Natur oder zu unserem Unterbewusstsein stehen kann, kommen wir auf unserem Weg, unserer Reise, schnell voran und können uns voll auf unser Ziel konzentrieren.
Geraten wir aus dem Rhythmus heraus, kommen wir ins straucheln, "vergaloppieren" wir uns und verlieren das Ziel aus den Augen.

Die Energie der Rune kann uns somit in Einklang mit unserem inneren Rhythmus und mit dem Rhythmus der Natur bringen, und uns helfen das Ziel unserer (inneren) Reise schnell zu erreichen.


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Die Runen - Älteres Futhark - 06. Kenaz
Runenstellung Kenaz
 Sprachliche Varianten:
Urgermanisch: KENAZ, KAUNAZ
Altnordisch: KAUN
Altenglisch: KEN, CEN
Gotisch: KUSMA

Laut: K

Ursprüngliche Bedeutung: Kienspan, Fackel

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Cen byþ cwicera gehwam, cuþ on fyre
blac ond beorhtlic, byrneþ oftust
ær hi æþelingas inne restaþ.

Die Fackel ist jedem lebenden Menschen bekannt,
durch ihre helle, leuchtende Flamme
sie brennt überall, wo Prinzen drinnen sitzen.

Isländisches Runengedicht:

Kaun er barna böl
ok bardaga [för]
ok holdfúa hús.
flagella konungr

Geschwür ist ein tödliches Leiden für Kinder
Und eine schmerzhafte Stelle
Und die Behausung von Wundbrand
Geißel König (königliche Geißel?)

Norwegisches Runengedicht

Kaun er barna bölvan; böl görver nán fölvan.

Geschwür ist verheerend für Kinder;
Tod macht die Leichen/Körper bleich.
Handposition Kenaz1
Handposition Kenaz 2
 Interpretation

Die Fackel bringt Licht ins Dunkel und steht somit für das Licht der Erkenntnis und Erleuchtung, das unseren Weg erhellt.
Anderseits ist Kenaz auch das kontrollierte Feuer, daß nährend und wärmend sein kann. Wenn der Mensch aber nicht darauf Acht gibt, die Kontrolle darüber verliert, kann es ihm gefährlich werden.





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Die Runen - Älteres Futhark - 07. Gebo
Runenstellung Gebo
 Sprachliche Varianten:
Urgermanisch: GEBO
Altnordisch: GIPT
Altenglisch: GYFU
Gotisch: GIBA

Laut: G

Ursprüngliche Bedeutung: Gabe, Geschenk, geben

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Gyfu gumena byþ gleng and herenys,
wraþu and wyrþscype and wræcna gehwam
ar and ætwist, e byþ oþra leas.

Freigiebigkeit bringt Ehre und Verdienst, die (eines Menschen) Würde/Rang unterstützen/tragen/ernähren,
sie verschafft Hilfe und Lebensunterhalt, allen gebrochenen Menschen, die nichts anderes haben.

Isländisches Runengedicht:

Das Isländische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Gebo.

Norwegisches Runengedicht

Das Norwegische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Gebo
Handposition Gebo
Interpretation

Gebo ist eine Rune des Ausgleichs, der Balance und der Harmonie.
Wenn wir etwas Geben, bekommen wir etwas dafür zurück; wenn wir etwas bekommen, sollten wir etwas dafür geben.
Immer wenn wir in etwas Energie hineinstecken, zum Beispiel durch unsere Arbeit, sollte dies auch Früchte tragen.
Gebo sorgt für diesen Ausgleich zwischen zwei Polen. Es geht aber hierbei nicht nur um geben und nehmen, sondern auch um die Balance zwischen jeglicher Art von Polaritäten, wie zum Beispiel weiblich und männlich, oben und unten usw. Letztlich findet hierin auch die "Heilige Hochzeit" ihren Ausdruck.


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Die Runen - Älteres Futhark - 08. Wunjo
Runenstellung Wunjo
 Sprachliche Varianten:
Urgermanisch: WUNJO
Altnordisch: VEND
Altenglisch: WYNN
Gotisch: WINJA

Laut: W

Ursprüngliche Bedeutung: Wonne

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Wenne bruceþ, e can weana lyt
sares and sorge and him sylfa hæfþ
blæd and blysse and eac byrga geniht.

Glück genießt jener, der weder Leid noch
Kummer oder Sorge kennt, und Wohlstand
Und Glück und ein genügendes Haus sein eigen nennt.

Isländisches Runengedicht:

Das Isländische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Wunjo.

Norwegisches Runengedicht

Das Norwegische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Wunjo.
Handposition Wunjo
Interpretation

In Wunjo sind die Polaritäten zu einer Einheit verschmolzen. Während Gebo den Prozess des Ausgleichs darstellt ist in Wunjo dieser Prozess abgeschlossen. Dies geht einher mit einem Gefühl der Wonne, der Freude, der Glückseligkeit. Mann kann sich auch mal zurück lehnen, und das, was man erreicht hat, genießen.





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Die Runen - Älteres Futhark - 09. Hagalaz
Runenstellung Hagalaz
Runenstellung Hagalaz

Sprachliche Varianten:
Urgermanisch: HAGALAZ
Altnordisch: HAGALL
Altenglisch: HAEGL
Gotisch: HAGL

Laut: H

Ursprüngliche Bedeutung: Hagel

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Hægl byþ hwitust corna;
hwyrft hit of heofones lyfte,
wealcaþ hit windes scura;
weorþeþ hit to wætere sy an.

Hagel ist das weißeste aller Körner;
er wird vom Himmelsgewölbe gewirbelt,
und von Windböen herumgeweht;
und dann schmilzt es zu Wasser.

Isländisches Runengedicht:

Hagall er kaldakorn
ok krapadrífa
ok snáka sótt.
grando hildingr

Hagel ist kaltes Korn
und Graupel/Schneeregen
und Krankheit der Schlangen
Hagel Kriegsführer

Norwegisches Runengedicht

Hagall er kaldastr korna;
Kristr skóp hæimenn forna.
Hagel ist das kälteste Korn; Christus erschuf die Welt in alter Zeit.
Handposition Hagalaz
Handposition Hagalaz
Interpretation

Hagalaz ist die Energie des Winters, mit der wir Tod und Kälte aber auch Ruhe und Regeneration verbinden. Die Rune zeigt uns, dass im natürlichen Kreislauf das alte Vergehen muß, damit neues entstehen kann. Hagalaz repräsentiert genau diesen Punkt des Übergangs zwischen Tod und Wiedergeburt und ist somit auch eine Rune, die die Welten, aber auch Gegenpole, miteinander verbindet.





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Die Runen - Älteres Futhark - 10. Naudhiz
Runenstellung Naudhiz
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: NAUDIZ
Altnordisch: NAUDR
Altenglisch: NYD
Gotisch: NAUTHS

Laut: N

Ursprüngliche Bedeutung: Not

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Nyd byþ nearu on breostan;
weorþeþ hi þeah oft niþa bearnum
to helpe and to hæle gehwæþre,
gif hi his hlystaþ æror.

Plage/Not ist bedrückend für die Brust/das Herz;
Jedoch erweist sie sich oft als Quelle
der Hilfe und Erlösung/Rettung/Heil den Menschenkindern
jenen, die sie rechtzeitig beachten

Isländisches Runengedicht:

Naud er Þýjar þrá
ok þungr kostr
ok vássamlig verk.
opera niflungr

Not ist der Kummer der Leibeigenen Frauen
Und Zustand der Unterdrückung
Und mühsame Arbeit.
Arbeit. Nibelung(en)

Norwegisches Runengedicht:

Naudr gerer næppa koste;
nöktan kælr í froste.

Not lässt einem keine Wahl;
Nackte frieren im Frost.
Handposition Naudhiz
Handposition Naudhiz
 Interpretation

Die Rune Naudhiz erinnert (mich) an eine ins Ungleichgewicht geratene Schicksalswaage. Aus diesem Ungleichgewicht der Energien entsteht Not und Leid, Angst und Depression (und alles, was uns auf den Schultern lastet). Es liegt an jedem selbst, ob er sich seinem Schicksal ergibt oder die Not überwindet und Gleichgewicht und Stabilität wieder herstellt. Die Rune stellt sich uns in den Weg, um uns zu zeigen, dass der steile Weg nach oben nur durch harte Arbeit zu bewältigen ist.



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Die Runen - Älteres Futhark - 11. Isa
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: ISA
Altnordisch: IS
Altenglisch: IS
Gotisch: EIS

Laut: I

Ursprüngliche Bedeutung: Eis

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Is byþ ofereald, ungemetum slidor,
glisnaþ glæshluttur gimmum gelicust,
flor forste geworuht, fæger ansyne.

Eis ist extrem kalt und ungemein rutschig,
es glitzert wie Glas, fast wie Juwelen,
ein durch Kälte erschaffener Boden, schön anzuschauen.

Isländisches Runengedicht:

Íss er árbörkr
ok unnar þak
ok feigra manna fár.
glacies jöfurr

Eis ist die Borke des Flusses
und das Dach der Wellen,
und Untergang der vom Schicksal verdammten.
Eis. Eberhelmträger (Kriegskönig)

Norwegisches Runengedicht:

Ís köllum brú bræi a;
blindan þarf at læi a.

Eis heißt breite Brücke;
Der Blinde bedarf der Führung.
Interpretation

Wie eine Säule steht Isa da. Sie verbindet Himmel und Erde, oben und unten, geistige und materielle Welt. Sie stützt und bringt Stabilität.
Das Eis steht außerdem für die in Materie erstarrte Energie, für Stillstand und Ruhe.
Die Rune ist nicht umkehrbar, was sehr gut ihre Ambivalenz zum Ausdruck bringt. Denn Isa kann Ruhe und Stabilität geben, aber auch Erstarrung und Unbeweglichkeit verursachen.





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Die Runen - Älteres Futhark - 12. Jera
Runenstellung Jera
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: JERA
Altnordisch: AR
Altenglisch: GER
Gotisch: JER

Laut: J

Ursprüngliche Bedeutung: Jahr, Jahresernte

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Ger byÞ gumena hiht, onne God læteþ,
halig heofones cyning, hrusan syllan
beorhte bleda beornum ond earfum.

Das Jahr ist den Menschen eine Freude,
wenn Gott, der heilige König des Himmels,
der Erde erlaubt, leuchtende Früchte hervorzubringen,
für Adel und Arme gleichermaßen.

Isländisches Runengedicht:

Ár er gumna gó i
ok gott sumar
algróinn akr.
annus allvald

Die Ernte ist der Ertrag/der Segen der Menschen
und guter Sommer
und ein reifes Feld.
Jahr All-Herscher

Norwegisches Runengedicht:

Ár er gumna gó e;
get ek at örr var Fró e.

Die Ernte ist der Ertrag der Menschen;
Ich glaube/sage, Frode war freigiebig.

Handposition Jera
Interpretation

Jera verkörpert den Jahreskreislauf der Sonne, sowie allgemein jede Form von wiederkehrenden, kosmischen Zyklen und steht somit für den Fluss Zeit. Die Rune erinnert zum Beispiel an das ineinander greifen von Werden und Vergehen, an die helle und die dunkle Jahreshälfte, an den Wechsel der Jahreszeiten, aber auch an den zunehmenden und abnehmenden Mond. Sie weist darauf hin, dass nichts bleibt wie es ist, was sowohl als Trost als auch als Mahnung verstanden werden kann.






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Die Runen - Älteres Futhark - 13. Eiwaz
Runenstellung Eiwaz
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: IHWAZ; EIHWAZ
Altnordisch: IHWAR
Altenglisch: EOH
Gotisch: EIWAS

Laut: EI oder E oder I

Ursprüngliche Bedeutung: Eibe

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Eoh byþ utan unsmeþe treow,
heard hrusan fæst, hyrde fyres,
wyrtrumun under wreþyd, wyn on eþle.

Die Eibe ist ein Baum mit rauer Borke,
hart und beständig in der Erde, Hüter des Feuers,
seine Wurzeln unter dem Stamm, eine Wonne auf dem heimischen Boden.

Isländisches Runengedicht:

Ýr er bendr bogi
ok brotgjarnt járn
ok fífu fárbauti.
arcus ynglingr

Die Eibe ist ein gespannter Bogen,
und sprödes Eisen,
und Pfeil des Farbauti (Riese),
Bogen. Nachkomme von Yngvi (= Freyr)

Norwegisches Runengedicht:

Ýr er vetrgroenstr vi a;
vænt er, er brennr, at svi a.

Die Eibe ist ein immergrüner Baum;
schwer anzuzünden, wenn man ihn verbrennt (verheizt).

Handposition Eiwaz
 Interpretation

Die Eibe ist der Weltenbaum, der die Welten (oben und unten) miteinander verbindet und über den wir in diese Welten reisen können. Sie wird bis zu 6000 Jahre alt, was aus menschlicher Sicht eine Ewigkeit ist - kein Wunder, daß dieser Baum auch Ewigkeit und Unsterblichkeit symbolisiert. Eiwaz steht aber andererseits auch im engen Zusammenhang mit der Symbolik des Todes. Darin besteht jedoch kein Wiederspruch, denn der Tod ist nichts anderes als eine Transformation und ein Übergang in eine andere Daseinsform, in eine andere Welt. Der Tod lässt uns somit an der Unsterblichkeit und der Ewigkeit teilhaben.
Eiwaz erinnert auch an das Selbstopfer bzw. die Initiation Odins, der 9 Nächte am Weltenbaum hing und hierdurch das Wissen über die Runen erhielt.


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Die Runen - Älteres Futhark - 14. Perthro
Runenstellung Perthro
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: PERTHRO
Altnordisch: PEORD
Altenglisch: PEOR
Gotisch: PAIRTHRA

Laut: P

Ursprüngliche Bedeutung: nicht bekannt (es gibt verschiedene etymologische Ansätze, die zum Beispiel auf Geburt, Tor/Tür, Fruchtbaum oder Würfelspiel hindeuten)

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Peor byþ symble plega and hlehter
wlancum [on middum], ar wigan sittaþ
on beorsele bliþe ætsomne..

Peor ist ein Festtag, Spiele und Würfeln von vielen,
damit die stolzen Krieger
in der Bierhalle fröhlich zusammensitzen.

Isländisches Runengedicht:

Das Isländische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Perthro.

Norwegisches Runengedicht:

Das Norwegische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Perthro

Handposition Perthro
 Interpretation

Perthro scheint auf den ersten Blick viele verschiedene Bedeutungen zu haben, die aber bei genauerer Betrachtung in enger Beziehung zueinander stehen.
Zunächst ist die Rune die Kraft der Geburt oder auch Wiedergeburt und steht somit auch in engen Zusammenhang mit unserem Schicksal, oder besser gesagt Karma. Denn es sind die Handlungen aus unseren vergangenen Leben, unser Karma, die die Ursache für unsere Wiedergeburt sind (Gesetz von Ursache und Wirkung). Wir bestimmen somit unser Schicksal selbst und vielleicht sind auch unsere angeborenen Fähigkeiten nichts anderes, als die Wirkung vergangener Leben. Perthro ist der Kessel der Wiedergeburt, der Schoß der Göttin, in welchem wir transformiert und aus dem wir erneuert wiedergeboren werden, was auch ein Hinweis auf Initiation sein kann.
Und ist der Kessel der Wiedergeburt letzendlich nicht auch Mimirs Brunnen, aus dem der Weltenbaum Yggdrasil entsprungen, also die Welt geboren wurde? In diesem ist das Wissen über die vergangenen Leben (und vielleicht auch die Zukünftigen) enthalten - tauchen wir in ihn ein können wir Zugang zu diesem Wissen erhalten, d.h. zur Akasha-Chronik.

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Die Runen - Älteres Futhark - 15. Algiz
Runenstellung Algiz
Runenstellung Algiz
Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: ALGIZ oder ELHAZ
Altnordisch: IHWAR
Altenglisch: EOLH
Gotisch: ALGIS

Laut: Z

Ursprüngliche Bedeutung: Elch

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Eolh-secg eard hæfþ oftust on fenne
wexe on wature, wundaþ grimme,
blode brene beorna gehwylcne
e him ænigne onfeng gedeþ.

Das Elch-Gras ist meist/oft im Sumpf/Moor zu finden
Es wächst im Wasser, macht eine grimmige Wunde,
verbrennt mit Blutgeschwüren
jeden Krieger, der es berührt.

Isländisches Runengedicht:

Das Isländische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Algiz.

Norwegisches Runengedicht

Das Norwegische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Algiz.


Handposition Algiz 1
Handposition Algiz2
 Interpretation

Der Elch ist schon allein durch seine Größe beeindruckend und einschüchternd und sein Geweih macht ihn zu einer majestätisch gebietenden Gestalt. Er weiß sich zu wehren und scheinbar führt kein Weg an ihm vorbei. Sein Geweih kann auch den Kontakt zu höheren Welten, zur Welt der Mächtigen symbolisieren, wodurch er um so mehr über schützende Kraft verfügt. Das Zeichen der Rune Algiz kann aber auch als in Anrufungsposition stehender Mensch interpretiert werden. Algiz steht somit für den Kontakt mit dem Göttlichen und die Lebenskraft und den Schutz den wir dadurch erhalten.




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Die Runen - Älteres Futhark - 16. Sowilo
Runenstellung Sowilo
Runenstellung Sowilo
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: SOWILO, SAEWELO
Altnordisch: SOL
Altenglisch: SIGIL
Gotisch: SAUGIL

Laut: S

Ursprüngliche Bedeutung: Sonne

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Sigel se mannum symble biþ on hihte,
onne hi hine feriaþ ofer fisces beþ,
oþ hibrim hengest bringeþ to lande.

Die Sonne ist Festtag und Hoffnung für jene,
wenn sie verreisen über der Fische Bad,
bis das Wellenross sie an Land bringt.

Isländisches Runengedicht:

Sól er skýja skjöldr
ok skínandi rö ull
ok ísa aldrtregi.
rota siklingr

Die Sonne ist das Schild der Wolken
und strahlendes Rund
und des Eises tödliches Leidwesen.
Rad. König.

Norwegisches Runengedicht

Sól er landa ljóme;
lúti ek helgum dóme.

Sonne ist das Licht des Landes;
Ich verbeuge mich vor dem heiligen Gericht.

Handposition Sowilo1
 Interpretation

Sowilo ist die Kraft der Sonne und steht für Selbstbewusstsein, Mut, Tatkraft, Wille, Stärke, Freude, Vitalität und für Lebensenergie schlechthin. Somit steht dieses Rune auch für Erfolg und Heilung.








Handposition Sowilo 2
 Noch ein paar Infos:
Sowilo wird manchmal auch als Sig-Rune bezeichnet, welche aber eine Erfindung des völkischen Autors Guide von List ist und nichts mit Älteren Futhark zu tun hat.
List entwickelte sein "Armanen-Futhork" (u.a.) aus dem Jüngeren Futhark, in welchem die Sowilo-Rune den Namen Sigel trägt. Er assoziierte mit diesem Namen fälschlicherweise das Konzept des Sieges (neben anderen Assoziationen). Außerdem verband er mit den aufeinander folgenden Runen Sig und Tyr, den Gott Sigtyr (= Sigdir = Beiname des Odin = Gott des Sieges).
Der Nazi-Okkultist und Ariosoph Karl-Maria Willigut (okkulter Berater Heinrich Himmlers) übernahm die Sig-Rune von List, obwohl er ansonsten das Armanen-Futhork ablehnte und eine eigene Runenreihe entwickelte (basierend auf dem Älteren Futhark, aber mit anderen Namen und anderer Reihenfolge)
Aus zwei nebeneinander, leicht schräg gestellte Sig-Runen entwickelte ein Sturmführer der SS (Walter Heck) schließlich das Erkennungszeichen der Schutzstaffel (SS). Eine einzelne, schräg gestellte Sig-Rune war das Zeichen des Jungvolkes der Hitlerjugend. In diesem Zusammenhang wurde aus Sig-Rune die Bezeichnung Sieg-Rune.


Daher kommt es, daß manchmal behauptet wird, Sowilo stehe für Sieg, die ursprüngliche Bedeutung ist aber Sonne.


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Die Runen - Älteres Futhark - 17. Tiwaz
Runenstellung Tiwaz
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: TEIWAZ
Altnordisch: TYR
Altenglisch: TIR, TIW, TIG
Gotisch: TEIWS, TIUS

Laut: T

Ursprüngliche Bedeutung: Gott, Tyr

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Tir biþ tacna sum, healde trywa wel
wiþ æþelingas; a biþ on færylde
ofer nihta genipu, næfre swiceþ.

Tir/Tiw ist ein Zeichen, das sein Versprechen
an die Noblen wohl hält; stetig auf seinem Kurs
über den Schleier der Nacht, schwankt es nie.

Isländisches Runengedicht:

Týr er einhendr áss
ok ulfs leifar
ok hofa hilmir.
Mars. tiggi

Tyr ist der einhändige Ase
und des Wolfes Überbleibsel
und der Herrscher des Tempels.
Mars. König

Norwegisches Runengedicht:

Týr er æinendr ása;
opt vær r smi r blása.

Tyr ist der einhändige Ase;
oft muß der Schmied blasen.
Handposition 1 Tiwaz:
Handposition 2 Tiwaz:


Interpretation

Die Energie der Rune erinnert (mich) an einen Pfeil (oder ein Speer) der, einmal kraftvoll abgeschossen, unaufhaltsam und mit großer Geschwindigkeit seinem Ziel zustrebt.
Außerdem wird die Rune dem Gott Tyr (Tiwaz) zugeordnet, der als Himmelsgott dem Thing vor stand und somit unter anderem mit Gesetz und Ordnung in Verbindung gebracht wird.
Vielleicht weißt der nach oben gerichtete Pfeil auf die Verbindung zum Himmel bzw. zur oberen Welt hin.
Tiwaz steht zudem für das Männliche Prinzip.

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Die Runen - Älteres Futhark - 18. Berkano
Runenstellung Berkano
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: BERKANA
Altnordisch: BJARKAN
Altenglisch: BEORC
Gotisch: BAIRKAN

Laut: B

Ursprüngliche Bedeutung: Birke

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Beorc byþ bleda leas, bereþ efne swa eah
tanas butan tudder, biþ on telgum wlitig,
heah on helme hrysted fægere,
geloden leafum, lyfte getenge. .

Die Birke hat keine Triebe, sie trägt ihre Äste ohne Früchte
strahlenförmige hohe Zweige, hoch ihre Krone
mit Blättern voll beladen,
berührt den Himmel.

Isländisches Runengedicht:

Bjarkan er laufgat lim
ok lítit tré
ok ungsamligr vi r.
abies bu lungr

Birke ist ein belaubter Ast
und ein kleiner Baum
und herrliches Holz.
Silbertanne/silberföhre. Beschützer/König.

Norwegisches Runengedicht:

Bjarkan er laufgroenstr líma;
Loki bar flær a tíma.

Birke hat die Äste mit den meisten grünen Blättern;
Loki verteilte der Falschheit Glück.
Handstellung Berkano 1
Handstellung Berkano2


Interpretation

Berkano steht für das weibliche Mysterium schlecht hin und für das Geheimnis des Lebens, denn das was im Mutterleib geschieht, bleibt im Dunklen verborgen. Die Energie der Rune ist wie die Kraft der Großen Mutter, der fruchtbaren, Leben spendenden Erde und des Wachstums. Tiwaz ist der Phallus und Berkano der mütterliche Schoß. Die Birke ist einer der ersten Bäume, die im Frühjahr ergrünt und nicht nur deswegen wird Berkano auch mit Geburt und Erneuerung in Verbindung gebracht. Auf spiritueller Ebene bedeutet dies nichts anderes als Initiation.





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Die Runen - Älteres Futhark - 19. Ehwaz
Runenstellung Ehwaz
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: EHWAZ; EHWO
Altnordisch: IOR
Altenglisch: EH
Gotisch: AIHWS

Laut: E

Ursprüngliche Bedeutung: Pferd

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Eh byþ for eorlum æþelinga wyn,
hors hofum wlanc, ær him hæleþ ymb[e]
welege on wicgum wrixlaþ spræce
and biþ unstyllum æfre frofur. .

Das Pferd ist eine Freude für Prinzen in der Anwesenheit von Kriegern
ein Ross im Stolz seiner Hufe
wenn reiche Männer auf Pferderücken Worte über sie austauschen
und es ist immer eine Quelle des Komforts für die Ruhelosen.

Isländisches Runengedicht:

Das Isländische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Ehwaz.

Norwegisches Runengedicht:

Das Norwegische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Ehwaz.

Handstellung Ehwaz
Interpretation

Die Energie von Ehwaz ist die eines feurigen, kraftvollen und schnellen Pferdes. Sie steht in Verbindung zu Sleipnir, dem achtbeinigen Pferd Odins, mit dem er durch alle Welten reisen kann. Die Rune macht uns aber auch auf die Verbindung zwischen Ross und Reiter aufmerksam, was man zum Beispiel als Bild von Körper und Seele deuten kann. Darüber hinaus steht Ehwaz aber auch für jegliche Art von Partnerschaft, und somit für Loyalität und Vertrauen.






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Die Runen - Älteres Futhark - 20. Mannaz
Runenstellung Mannaz
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: MANNAZ
Altnordisch: MADR
Altenglisch: MANN
Gotisch: MANNA

Laut: M

Ursprüngliche Bedeutung: Mann/Mensch

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Man byþ on myrgþe his magan leof:
sceal þeah anra gehwylc o rum swican,
for um drihten wyle dome sine
þæt earme flæsc eorþan betæcan.

Der Mensch ist freundlich zu seiner geliebten Sippe;
er wird jedoch jeden betrügen,
wenn der Herr das elende Fleisch dazu verdammen wird,
der Erde anvertraut zu werden.

Isländisches Runengedicht:

Ma r er manns gaman
ok moldar auki
ok skipa skreytir.
homo mildingr

Der Mann ist die Freude des Mannes/Menschen
und des Staubes/der Erde Vermehrung
und der Schiffe Schmuck.
Mensch/Mann. Großzügiger/Ehrenmann.

Norwegisches Runengedicht:

Ma r er moldar auki;
mikil er græip á hauki.

Der Mensch ist angereicherte Erde;
gewaltig ist der Griff des Falken.

Handposition Mannaz

 Interpretation

Mannaz steht für den Menschen - für das Individuum aber auch für die Gesamtheit der Menschheit. Die Rune verkörpert das Ideal des Menschen, in dem sich die männliche und weibliche Seite im Gleichgewicht befinden, so wie es in vielen Mythologien den androgynen Urmenschen gibt. Sie stellt uns die Frage: Was macht uns zum Menschen?






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Die Runen - Älteres Futhark - 21. Laguz
Runenstellung Laguz
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: LAGUT; LAUKAZ
Altnordisch: LÖGR
Altenglisch: LAGU
Gotisch: LAGUS

Laut: L

Ursprüngliche Bedeutung: Wasser, See (Lake), Lache, Ozean

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Lagu byþ leodum langsum geþuht,
gif hi sculun neþan on nacan tealtum
and hi sæyþa swyþe bregaþ
and se brimhengest bridles ne gym[e ].

Der Ozean scheint den Lehnsmänndern beindruckend,
wenn sie sich hinauswagen auf einer schwankenden Barke,
so Schrecken erregend sind die Wellen des Meeres
und das Wellen-Ross achtet nicht mehr auf sein Zaumzeug

Isländisches Runengedicht:

Lögr er vellanda vatn
ok vi r ketill
ok glömmungr grund.
lacus lof ungr

Der See ist welliges Wasser
und ein weiter Kessel
und der Fische Strand.
See. Lofdung ( =Lobenswerter?).

Norwegisches Runengedicht:

Lögr er, fællr ór fjalle foss;
en gull ero nosser.

Wasser ist, wenn es vom Berg fällt, eine Kraft;
und Gold ist kostbar.

Handposition Laguzn
Interpretation

Laguz entspricht der Energie des Wassers, dem Fließen und Strömen, dem sanften Auf und Ab der Wellen. Die Rune steht für alles, was mit diesem Element in Verbindung gebracht wird.










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Die Runen - Älteres Futhark - 22. Ingwaz
Runenstellung weiblich Ingwaz
Runenstellung männlich Ingwaz
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: INGWAZ
Altnordisch: ING; YNGWIO
Altenglisch: ING; YNGWI
Gotisch: ENGUZ; IGGWS

Laut: I oder Y

Ursprüngliche Bedeutung: Yngvi (Stammesgott der Ingaevonen = Freyr), Feuer

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Ing wæs ærest mid East-Denum
gesewen secgun, oþ he si an est
ofer wæg gewat; wæn æfter ran;
us Heardingas one hæle nemdun.

Ing war Erster unter den Ost-Dänen
so wurde er angesehen, bis er, ostwärts verschwand
über die Wellen; seinem Wagen folgend
so daß diese stolzen Menschen diesem Helden einen Namen gaben.

Isländisches Runengedicht:

Das Isländische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Ingwaz.

Norwegisches Runengedicht:

Das Norwegische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Ingwaz.



Handpostition Ingwaz
 Interpretation

Ingwaz ist die Rune des Gottes Yngvi, dem Stammesgott der Ingaevonen, der oft mit Freyr gleichgesetzt wird. Die Rune wird aber auch mit göttlichen Feuer in Verbindung gebracht und ist somit vielleicht ein Hinweis auf den göttlichen Funken in uns selbst und das Feuer der göttlichen Inspiration.
Die Energie der Rune ist aber auch eine nach innen gerichtete, konzentrierende Kraft, und somit ist Ingwaz auch eine Rune der verborgenen Vorgänge im inneren eines Samens oder der Meditation.





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Die Runen - Älteres Futhark - 23. Dagaz
Runenstellung Dagaz
 Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: DAGAZ
Altnordisch: DAGR
Altenglisch: DAEG
Gotisch: DAGS

Laut: D

Ursprüngliche Bedeutung: Tag

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Dæg byþ drihtnes sond, deore mannum,
mære metodes leoht, myrgþ and tohiht
eadgum and earmum, eallum brice.

Der Tag ist vom Herrn gesandt, der Menschen geliebtes,
glorreiches Licht des Schöpfers, Feude und Hoffnung
für Reich und Arm, allen hilfreich.

Isländisches Runengedicht:

Das Isländische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Dagaz.

Norwegisches Runengedicht:

Das Norwegische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Dagaz.
Handposition Dagaz













Interpretation

Dagaz steht für den ewigen Wechsel von Tag und Nacht, von Hell und Dunkel und für den Ausgleich zwischen diesen beiden Extremen. Übertragen auf den Mikrokosmos kann dies als Ausgleich zwischen den Polaritäten im Menschen interpretiert werden, was auf einen Erleuchtungszustand hinweisen kann.



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Die Runen - Älteres Futhark - 24. Othala

Runenstellung Othala männlich
Sprachliche Varianten:

Urgermanisch: OTHALA
Altnordisch: ODAL
Altenglisch: ETHEL
Gotisch: OTHAL

Laut: O

Ursprüngliche Bedeutung: Heimat, Land der Ahnen, Erbe

Runengedichte:

Angelsächsisches Runengedicht:

Eþel byþ oferleof æghwylcum men,
gif he mot ær rihtes and gerysena on
brucan on bolde bleadum oftast.

Das Heimatland wird von jedem Menschen geliebt
wenn hier die Volksversammlung tagt und man hier Recht genießt
und oft die Annehmlichkeit eines süßen Heims.

Isländisches Runengedicht:

Das Isländische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Othala.

Norwegisches Runengedicht:

Das Norwegische Runengedicht enthält keine Verse zur Rune Othala.
Runenstellung Othala weiblich
Handposition Othala













Interpretation

Othala gehört wahrscheinlich zu den vielschichtigsten Runen des Futhark. Auf der "alltäglichen" Ebene steht sie für die Heimat und für das, was wir von unseren Ahnen geerbt haben. Die Rune kann aber auch für unsere spritiuelle Heimat stehen, für den "Ort" von dem wir kommen und zu dem wir am Ende wieder zurückkehren werden. Die verschiedenen Religionen haben unterschiedliche Namen dafür: Eden, Avalon, Walhalla oder Nirwana sind nur einige.
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Die Interpretationen, die ich zu den einzelnen Runen des Älteren Futhark geschrieben habe, sind meine eigenen, persönlichen Sichtweisen, basierend auf meiner Erfahrung mit den Runen. Sie sind dem entsprechend auf keinen Fall als allgemeingültig zu sehen.

Wenn ihr also einzelne Runen völlig anders seht als ich, dann lasst euch nicht davon abhalten, eure Sichtweise kund zu tun. Es wäre schön, wenn sich daraus fruchtbare Diskussionen entwickeln.

Siegfried Adolf Kummer
RUNEN-MAGIE
http://www.verlag-dr.de/pdf/R-magie-A5.pdf
Da es mehr infos geworden sind enstand gleich ein neuer Blog
http://runenmatrix.blogspot.de/p/menu.html